Wombat index     software     unterhaltung     gästebuch     e-mail   

Wombat's Wonderful World
Nathan der Weise
zurück

Inwieweit wird die Forderung der Aufklärung nach religiöser Toleranz in Lessings
"Nathan der Weise" aufgezeigt?
 

Essay von Christian Kohlschütter



A. Die Vorrede mit der Darstellung der Ausgangsposition und deren Hinterfragung; res severa verum gaudium

  1. Das religions- und staatsphilosophische Problem
  2. Der Anknüpfungspunkt für die Untersuchungsbedürftigkeit des Problems
    1. Der historische Anknüpfungspunkt (Türkengefahr?, Glaubenskriege?)
    2. Das faustische Erkenntnisinteresse als wissenschaftliches Forschungsmotiv?
    3. Könnte es sein, daß Lessings "Nathan der Weise" einen etwaigen charakteristischen Denkstil seiner Zeitgenossen entweder geradezu hervorgebracht oder wenigstens getragen oder aber lediglich reproduziert hat?
B. Die Forderung nach religiöser Toleranz im Zeitalter der Aufklärung und das Maß ihrer Erfüllung in Lessings "Nathan der Weise"
  1. Die Forderung nach religiöser Toleranz im Zeitalter der Aufklärung
    1. Die Inhaltsbestimmung sowohl des Ausdrucks "religiöse Toleranz" als auch des Begriffs "Zeitalter"
      1. Die Ära als Fixierung eines paradigmatischen Zeitgeistes im Sinne einer vorübergehenden geistigen Situation oder Denkart oder Herangehensweise ("approach") bezüglich der Formulierung und Lösung von Problemen.
        1. Die Epoche als Zeitabschnitt im Geschichtskontinuum als Problem der Periodisierung
        2. Die Klassifizierung der Epochen der deutschen Literaturgeschichte als Problem der Literaturtheorie
      2. Die Inhaltsbestimmung der begrifflichen Bestandteile des Ausdrucks "religiöse Toleranz"
        1. Die Toleranz als Strategie zur Konfliktvermeidung
        2. Die Religion als Inbegriff aller Vorstellungen der Sterblichen, daß übernatürliche Kräfte walten, die durch eine bestimmte Glaubensüberzeugung beeinflußbar seien
    2. Der soziologische, politische und wirtschaftliche Faktor für die Entstehung einer neuen Richtung in der geistigen Bewegung im allgemeinen und die Betonung der religiösen Toleranzidee im besonderen
      1. Das in den Städten aufkommende fleißige und gebildete Bürgertum profitiert vom kolonialen Handel und Wandel und entwickelt Selbstbewußtsein sowie antiautoritäre Vorbehalte sowie Sozialneid gegen den absolutistischen Adel und den feudalen Klerus
      2. Die neue Theorie der Physiokraten "widerlegt" die der "unnatürlichen" bzw. "naturwidrigen" merkantilistischen Wirtschaftspolitik zugrunde liegende Idee der wirtschaftlichen Alleinseligmachung des Außenhandels überschusses in Form aktiver staatlicher Handels- und Leistungsbilanzen
    3. Die begriffliche Inhaltsbestimmung der bürgerlichen Ära der Aufklärung
      1. Das Bürgertum interessiert sich für jegliche "Natur", d.h. für den jeweiligen "Ursprung" von Staat und Recht, Individuum und Gesellschaft, Sein und Bewußtsein, Wissenschaft und Religion, Wirtschaft und Wohlfahrt
      2. Die Repräsentanten des Denkstils der Ära
      3. Die Aufkärung als kulturrevolutionäre Vorstufe der gewaltsamen Erreichung der amerikanischen Unabhängigkeit und der Großen Revolution?
  2. Die Erfüllung der aufklärerischen Forderung nach religiöser Toleranz in Lessings "Nathan der Weise"
    1. Der dichterische Kontext der Ringparabel
    2. Die inhaltliche Darstellung der Ringparabel
    3. Die Interpretation der Ringparabel
      1. Was will Nathan sagen?
      2. Was will Lessing sagen?
  3. Die Bewertung des Grades oder Maßes der Erfüllung der aufklärerischen Forderung nach religiöser Toleranz in Lessings "Nathan der Weise" nach Maßgabe der enthaltenen Menge ironischen Esprits
    1. Die Ironie als Maßstab
    2. Die anzutreffenden Erscheinungsformen
      1. Das Maß an kirchenkritischer Ironie (bei der literarischen Umsetzung der religiösen Toleranzidee)
      2. Das Maß an theologischer Ironie (...)
      3. Das Maß an erkenntnistheoretischer Ironie (...)
C. Schlußbemerkung: Fazit und Ausblick
  1. Die ungebrochene Problemlösungskraft der Ringparabel als wissenschaftliches "Toleranzedikt" und "Klugheitspostulat"
    1. Die kirchenpolitische Aktualität in der Ökumene (Toleranzdimension)
    2. Die Ringparabel als Anleitung zur methodischen Lösung von Problemen in den Natur- und Kulturwissenschaften (Klugheitsdimension)
  2. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Ära der Aufklärung und der heutigen Zeit
    1. Leidensdruck der Elite (damals) und der Intellektuellen (heute)
      1. Damals: Mangelnde Akzeptanz der Verhältnisse im ancien regime
      2. Heute: Mangelnde Akzeptanz der Verhältnisse im Computerzeitalter. Eingebildete Angst
        1. vor geistiger und körperlicher Verelendung durch Überfremdung (Problem der ideellen und materiellen Besitzstandswahrung)
        2. vor den Geistern des Marktes, die man gerufen hat (Problem der "Globalisierung" und der Erpressung der Politik durch Multis)
    2. Unterschiedliche Bewältigungsstrategien
      1. Aufklärungszeit: Selbstbewußtsein und Aufbruchstimmung
      2. Heute: Wehleidigkeit und Kulturpessimismus (Huntingtons Prognose über den "Kampf der Kulturen")

[weiter zum Text]